Dienstag, 25. September 2012

Lästerschwester


So, nun ist der zweite Wandertag meiner Lehrerkarriere auch zu Ende. Und wieder war's eine achte Klasse, die mich ertragen musste :-) War aber sehr aufregend! Eigentlich sollte es in den Landschaftspark Duisburg gehen. Was auch immer man da will, der Gedanke, die Schüler auf eine Rallye zu schicken, während die begleitenden Lehrer irgendwo Kaffee trinken, war schon ganz reizvoll. Wir also morgens am Bahnhof getroffen, wo gefühlt die halbe Schule steht, weil alle erst mal in dieselbe Richtung wollen. Dort auf eine Lehrerin getroffen, die erzählte, dass grad im Radio von einem Feuer berichtet wurde, was zwischen Duisburg und Krefeld ausgebrochen war und man nicht wüsste, welche Auswirkungen das auf die Umwelt hätte. Gebrannt hat nämlich eine Düngerfabrik, deren Rauchentwicklung nicht soooo gut für den Menschen sein soll. Allerdings hieß es da noch, der Rauch ziehe in eine andere Richtung. Gut, wir also rein in den Zug und in Duisburg die Straßenbahnhaltestelle gesucht. Nein, anders. Vorher mussten einige Mädels natürlich erst mal auf die Toilette. Also auf die Suche gemacht, nach der Bahnhofstoilette. Nun wurden wir irgendwann aufgeklärt, dass es in Duisburg keine öffentlichen Toiletten mehr gibt, weil irgendwelche Junkies dort Unfug getrieben hätten. Armes Duisburg. Zum Glück gab's ein Einkaufscenter in der Nähe, wo sich die Mädels erleichtern konnten. Nun also zum Bahnsteig und dort zufällig von Bahnmitarbeitern angesprochen, die von einer Schulklasse berichteten, die bereits aus dem Landschaftspark zurückkamen, weil der aufgrund des Feuers geschlossen habe. Kann ja nicht sein, dachte der Klassenlehrer, die hätten doch angerufen. Leider hat auf unser Anrufen keiner reagiert, weshalb wir dann die Feuerwehr angerufen haben, die direkt meinten, wir sollen in die Schule zurück, Fenster und Türen verschließen und abwarten, welche weiteren Meldungen kämen (die dachten wohl, wir kämen aus der Umgebung). Man muss dazu sagen, dass wir bis dato schon fast zwei Stunden unterwegs waren. Und am Ende? Waren wir in Köln, halbherzig im Römisch-Germanischen-Museum und anschließend noch zwei Stunden shoppen. Also ich nicht, ist ja fast Monatsletzter, aber die Kids. Die Kinder haben sich natürlich schwarz geärgert - die Lehrer aber auch, war ja immerhin  mehr Arbeit für uns ;-)

Für mich ein sehr schönes Erlebnis, als die zwei Schüler der Klasse, mit denen ich letztes Jahr Philo hatte, unabhängig voneinander auf mich zukamen und meinten "Können wir nicht wieder bei Ihnen Philo haben? Bei Frau K. ist es sooo langweilig!" Dazu muss man sagen, dass gerade die 7. letztes Jahr die Klasse war, bei der ich das Gefühl habe, das wenigste gelehrt zu haben. Kann so schlimm nicht gewesen sein (zumindest scheine ich das kleinere Übel zu sein ;-)).

Gestern ein ähnliches Erlebnis in einer Vertretungsstunde. Musste in eine 6. Klasse, die ich überhaupt nicht kenne. Nach fünf Minuten wurde ich gefragt, ob ich nicht ihre Klassenlehrerin werden möchte. "Ihr kennt mich doch gar nicht" "Sie sind nett, das sieht man!" :-) Irgendwann die Frage, welche Fächer ich unterrichte. Als sie Philo hörten, wurden auch hier Stimmen laut, warum ich nicht ihre Lehrerin wäre, sondern Frau K. Auf meine Nachfrage, welches Thema sie gerade behandeln würden (interessiert mich ja auch in Bezug auf meine 5.), sagt eine "Weiß ich nicht, ich höre nie zu, weil es so langweilig ist." Nun kann man ja in beiden Fällen nicht viel dazu sagen. Nach außen immer schön die Form wahren. Aber ich musste mir heute Franz mal beiseite nehmen und ihm das erzählen. Ich habe das mittlerweile schon von so vielen Schülern gehört, von der 6. bis zur 10. Klasse, dass ja nicht alles erfunden sein kann.

FAzit ist dann wohl doch: Fachwissen, welches Frau K. hat, ist zweifelsohne sehr wichtig, aber noch viel wichtier ist doch, dass man irgendwie nen Draht zu den Kindern hat. Egal ob man eher der strenge Typ oder der liebe Typ ist. Nur langweilig ist, glaube ich, tödlich. Btw. ich glaube nicht, dass meine Schüler jeder meiner Stunden total aufregend finden, ab und an Highlights reichen mitunter ja schon, um über einige Durststrecken hinwegzuhelfen.

Naja, ich mag Frau K. nicht, weshalb ich in ihrem Fall wohl besonders viel und gerne läster. Ich hoffe, man kann mir das nachsehen :-) Ich hab mich trotzdem gefreut, dass ich scheinbar nicht ganz so schlecht bin und die Schüler mich zumindest erträglich finden.

Donnerstag, 20. September 2012

Ich krieg die Krise!

Kann mir mal jemand verraten, was gerade los ist?! Erst der verbockte Unterrichtsbesuch am Dienstag und seit gestern habe ich das Gefühl, eine Verschwörung ist im Gange, die meinen letzten UB in Philo sabotieren will...

Gestern schaute ich eher zufällig auf dem Vertretungsplan, auf dem erschreckenderweise steht, dass die Stunde Philo morgen ausfällt, weil zu dieser Zeit Klausuren geschrieben werden. Okay, ruhig Blut, der Plan könnte trotzdem noch funktionieren. HEUTE reden Franz und ich über diesen Ausfall - und voll aneinander vorbei. Eigentlich hätten wir in dem Kurs Unterricht in der 7./8. Stunde gehabt. Eigenen Unterricht hatte ich nur von der 1.-4., also habe ich meine Freistunde im Lehrerzimmer verbracht. In der Pause zwischen der 6. und 7. Stunde, treffen Franz und ich uns beim Rauchen. Da erzählt er auf einmal, dass er gleich zur Klausuraufsicht muss. Ich ein einziges Fragezeichen, bis dann endlich rauskam, dass HEUTE und MORGEN Klausuren geschrieben werden, d.h. beide Doppelstunden in diesem Kurs ausfallen. Super, dachte ich. Nicht nur anderthalb Stunden sinnlos in der Schule verbracht, auch der Plan, was den Unterricht angeht, völlig im Ar... Jut, an der Bushaltestelle treffe ich dann eine Schülerin aus diesem Kurs, die erzählte, sie dachte, wir hätten morgen nur eine Stunde Ausfall, die andere aber Unterricht. Ruf ich grade Franz an, der dann auch auf den Trichter kam, dass die Schülerin wohl Recht hat. Gut, immerhin 45 Minuten. Davon abgesehen, dass ich jetzt spontan aus zwei Doppelstunden eine Einzelstunde basteln musste, wenn ich mein Thema für den UB behalten will, gar nicht mal so schlecht. Nun ist es ja so, dass Franz und ich davon ausgegangen sind, dass er nächste Woche noch eine Doppelstunde in dem Kurs hat und die ganze Zeit erzählte "Sag, wo du thematisch vorm UB sein möchtest, ich 'prügel' die Schüler dahin." Jetzt schau ich grad, wieder eher zufällig in den Stundenplan von nächster Woche, da fällt mir doch auf, dass die Doppelstunde, die Franz hätte geben können, am Dienstag ist. Und Dienstag ist Wandertag. Ich krieg einen zuviel! Damit hat sich mein angepeiltes Thema für den UB endgültig erledigt. Das ist mal richtig Mist, weil ich dann mit einem Thema beginnen muss, was in 45 Minuten überhaupt nicht zu schaffen ist. Und was sagt Franz dazu? Nix! Weil er vorhin zwar meinte, ich solle ihn später noch mal anrufen, er aber jetzt nicht erreichbar ist. Das einzige, was mich aufrecht hält, ist die Tatsache, dass ich den Kurs kenne, sonst wäre der UB ein reines Himmelfahrtskommanda nach nur 45 Minuten Unterricht vorher. Gut, es sind fünf neue Schüler im Kurs, die ich noch nicht kenne - aber nach Aussage der Schülerin, die ich vorhin an der Bushaltestelle getroffen habe, muss ich die auch nicht kennen ;-)

Mittwoch, 19. September 2012

09/11- Planänderung


Hach, wie passend die Nummerierung doch ist... Und wer aufmerksam gelesen hat, dem fällt auch gleich etwas entscheidendes auf. Aus der 10 wurde heute nämlich ganz spontan eine 11. D.h. ich darf, weil ich so gut bin, noch einen extra Unterrichtsbesuch durchstehen.

Gut, chronologisch: Gestern fand mein vermeintlich letzter Unterrichtsbesuch in Geschichte statt. Mit meinen süßen 7.Klässlern. Leider hat der Niedlichkeitsfaktor bei meinem Fachseminarleiter überhaupt nicht gegriffen. Das Rollenspiel war nett; die Erarbeitungsphase musste ich abbrechen, weil sie überhaupt nicht zu Potte kamen; die Diskussion am Ende war okay. So zumindest meine Perspektive - die an sich ja schon schlimm genug ist. Man ändert den Plan nicht - ein sicheres Zeichen dafür, dass etwas gewaltig schiefgelaufen ist. Nun dachte ich, es hing vielleicht an meinen Aufgaben, vielleicht fehlte eine Zwischensicherung oder was weiß ich. Leider hing es aber scheinbar nicht nur daran, zumindest nahm mein FS-Leiter heute die komplette Stunde auseinander. Das Rollenspiel wurde zu wenig gewürdigt (auch wenn er die Feedbackrunde gut fand), die Texte in der Erarbeitungsphase waren überhaupt nix, die Diskussion begrifflich zu ungenau - Frau W., als Philosophin sollten sie besser damit umgehen... In der UPP (unterrichtspraktischen Prüfung - kurz: Examen) wäre das kritisch gewesen. Auf die Frage, wie ich denn nun notentechnisch im Ganzen stehen würde "Also mit dem gestrigen UB kann ich sie nicht mehr mit gut bewerten". Meine Güte, kann man nicht einfach mit Zahlen arbeiten? Auf meine Nachfrage, ob ich noch ein "gut" erreichen könnte, wenn der sechste UB gut liefe, kam dann auch nix konkretes. Da müsse man mal schauen...

Nun bin ich ja nicht der Notenjunkie und kann mit einer Drei durchaus leben, aber wenn einem ne Stunde komplett zerpflückt wird, kratzt das schon am Ego. Vor allem, wenn man weiß, dass man seinen Job so schlecht nicht macht - bilde ich mir zumindest ein. Aber wenigstens habe ich dann im November eine extra Chance mich zu beweisen und muss mal sehen, ob's dann besser klappt. 

Wenn der UB in Philo in zwei Wochen auch so mies läuft, krieg ich die Krise! Aber irgendwie passt das ja auch ganz gut. Da geht's einem mal wirklich gut und dann sowas! *aargh*

Freitag, 14. September 2012

Der Tisch, das unbekannte Objekt


Gestern bei der Supervision (ich nenne es auch gerne "kollektive Jammerrunde") musste ich fast mit Erschrecken feststellen: Es geht mir grad so gut, wie noch nie vorher im Ref. Aachen ist immer noch verregnet und die Arbeit wird mit dem Schulalltag auch nicht weniger, mein Konto ist immer noch im Minus, aber Grund zu klagen, habe ich im Moment überhaupt nicht. Was sehr komisch ist, wenn jeder erzählen soll, was ihn gerade bedrückt oder stresst und man als letzter an der Reihe ist und nichts zu sagen weiß, außer "es geht mir wirklich gut". Nun wäre es keine Supervision, wenn man nicht noch erklären müsste, warum es einem grad so gut geht, wobei ich das eigentlich gar nicht thematisieren wollte. Man muss ja nicht immer alles hinterfragen, sondern sollte einfach mal genießen, was man hat - wer weiß, wie lange es anhält :-)

Vielleicht lag's dann auch daran, dass ich bereits in der ersten Stunde so dermaßen über zwei Schüler lachen musste, dass es einem den Rest des Tages gar nicht mehr schlecht gehen kann. Meine 10er sollten zu Beginn den Tisch vor ihnen beschreiben. Nun ist die Aufgabe für die Schüler natürlich völlig sinnfrei und wenn sie ihre Gedanken dann noch schriftlich festhalten sollen, kann es schon mal albern werden. Und so erhielt ich von eben diesen zwei Schülern (einer von ihnen ist übrigens der Sohn meines Ausbildungslehrers in Geschichte) ein Gedicht:

"Der Tisch ist grau,
mit Flecken in blau,
die Kanten sind abgerundet
und der Tisch hat nicht gemundet.

Viele Kaugummis kleben unter dem Tisch,
und er stinkt nach Fisch,
unsere Sinne haben uns nicht getäuscht,
deswegen sind wir nicht enttäuscht."

Und weil ich es so großartig fand, haben sie es mir direkt überlassen. Mit Signatur und Datum, wie sich das für große Künstler gehört. Jut, der/das Metrum ist ausbaufähig, aber sehr kreativ! Wer sich jetzt noch fragt, welchen Zweck diese Übung wirklich hatte, muss einen Blick hierauf werfen: http://www.loske.org/html/school/philo/russell.pdf

Der Tag heute fing dann fast genauso schön an und dass nicht, weil ich mit Franz Bus gefahren bin (und er mir - Wunder oh Wunder - geraten hat, mit unserem Direktor wegen einer Vertretungsstelle nach dem Ref zu reden), sondern weil meine 5. doch ganz süß ist. Die Philosophie geht ihnen völlig ab, aber putzig sind sie doch. Als es mir dann doch zu chaotisch wurde und ich ermahnend den Zeigefinger hob, während ich drohte böse zu werden, meinte eine Schülerin "Sie sind mit Abstand die liebste Lehrerin an der Schule!" Dass sie erst drei Wochen an der Schule ist und wahrscheinlich nur fünf Lehrer kennt, sei mal dahingestellt ;-) Zum Kringeln auch, als ich zu Beginn der Stunde (wo sie noch ihre Plakate fertig malen durften) hörte, wie einen Schülerin zur anderen meinte "Philosophie ist cool!"; am Ende der Stunde, nachdem ich die Hausaufgaben bekannt gegeben habe, jedoch von derselben Schülerin hörte "Philosophie ist so doof!". Nun ja, man kann's nicht jedem Recht machen :-)

Mittwoch, 12. September 2012

Gott will es!

Meine 7. - ein Traum! Wie Lämmer, die sich auch widerstandslos zur Schlachtbank führen lassen. Das einzig Aufregende der Stunde war für sie heute wohl nur der Moment, als ihre Lehrerin auf einen Stuhl gestiegen ist und den ersten Kreuzzug ausgerufen hat. Leider haben sie nicht wie die Menschen in Clermont "Gott will es!" am Ende gerufen, sondern sich brav wieder hingesetzt und etwas über ne halbe Stunde Frontalunterricht über sich ergehen lassen. Dem nicht genug, haben sie den Rest der Stunde wirklich ruhig an ihrer ersten Quelleninterpretation geschrieben. Das hat sogar mich ein bisschen gelangweilt... Der Höhepunkt (für mich) war dann am Ende der Stunde, als ein Schüler nach vorne kam und meinte, Chemie und Geschichte wären gerade seine Lieblingsfächer. Hoffentlich mache ich das bis zum Halbjahresende nicht kaputt!

Und so bin ich heute mal richtig kreativ, hab meine Idee für den letzten Unterrichtsbesuch (in eben jener 7. Klasse) für nächste Woche verschriftlich und warte jetzt auf Rückmeldung, sowie auch noch zwei Stunden Ausbildungsunterricht bei Franz geplant. Der sich übrigens grad als Casanova entpuppt und mir heute morgen erzählte, dass unser gutes Verhältnis nicht an der neuen Freundin liegen kann, weil er davon mehrere hatte, seit ich im Ref bin. Ich konnte es mir nicht verkneifen zu sagen "Alle sind gegangen, nur ich bin geblieben!" *lalala* Gestern hat er mir sogar angeboten mein Gutachten selbst zu schreiben. Doof wie ich bin, hab ich allerdings abgelehnt. Ich kann mich einfach nicht selbst loben. Außerdem hat er nen völlig anderen Schreibstil als ich. Soll er sich ruhig mal hinsetzen und was tun, der Gute.

Ach, und noch etwas habe ich heute gelernt. In einer meiner Quellen für den UB nächste Woche, wird der Zeitpunkt des Angriffs auf Jerusalem mit der Zeit gleichgesetzt, in der Jesu am Kreuz hing. Nu weiß ich doch nicht, wann der junge Mann gekreuzigt wurde. Zum Glück gibt es Religionsreferendarinnen, die einem da weiter helfen können. Und so weiß ich jetzt, dass es nach unserer Zeit ca. 15 Uhr war und deshalb jeden Freitag um 15 Uhr die Kirchenglocken läuten. Und ich hab mich ernsthaft schon gewundert, warum das immer so lange bimmelt. Kennt unsereiner ja nicht :-)

Montag, 10. September 2012

Endlich isses raus!


Endlich weiß ich, warum Franz in letzter Zeit so lieb und nett und geduldig ist! Heute zwitscherte mir nämlich ein Vögelein, dass er seit neustem eine Freundin hat (nicht mich ;-)). Das erklärt dann ja einiges... Nicht die sexuelle Belästigung meinerseits, aber die Fröhlichkeit seinerseits. Muss allerdings noch nicht ganz ausgewogen sein, denn NATÜRLICH hab ich ihm mein neuerworbenes Wissen direkt unter die Nase gerieben, was ihm sichtlich unangenehm war und Aussagen fielen, wie "Der Kollege hat doch keine Ahnung" oder "Eros hat ne kurze Lebensdauer", auf Nachfragen dann allerdings nur "Das zu erzählen, würde das Ausbildungsverhältnis nicht zulassen" kam. Schade! Dabei bin ich doch so neugierig... Klar ist aber, dass ich jetzt nicht mehr stichel, weil er dachte mich sexuell belästigt zu haben, sondern mich über sein - nicht sehr deutlich zu erkennendes - Verliebtsein auslasse. Dafür wurden mir im Bus auch grad Schläge angedroht. Aber da muss er durch *kicher*

Was mir dann aber ganz ernsthaft zu denken gibt, ist die Frage, ob er ausschließlich wegen der Romanze so gut drauf ist oder ob's wenigstens ein Stück weit an unserem besseren Umgang liegt. Nur ersteres fänd ich nämlich auch schade. Nicht auszumalen, wie es dann laufen würde, wenn der erste Stress in der Beziehung kommt... ;-)

Samstag, 8. September 2012

Berliner Schnauze vs. Rheinländische Fröhlichkeit


Nun muss ich es doch mal loswerden: Die Aachener sind wirklich nett! Bei dem ganzen Regen eigentlich verwunderlich - aber die Tage zeigt sich selbst Aachen mal im strahlenden Sonnenschein.

Jedenfalls fiel mir dieses Phänomen der Nettigkeit eben wieder auf. Als ich nämlich in die Uni-Bibliothek ging, um zwei Bücher auszuleihen, die ich für die Schule brauche. Vorbereitet wie ich bin, hatte ich auch schon die Mediennummern dabei und fragte sicherheitshalber mal bei der Ausleihe, in welcher Richtung ich suchen müsste. Dabei erfuhr ich, dass die meisten Bücher, so auch meine gewünschten, im Magazin gelagert seien und man diese bestellen müsste. An den Werktagen geht das innerhalb kürzester Zeit, am Samstag leider überhaupt nicht. Das ist echt Mist, weil ich die natürlich heute unbedingt brauche, um die Texte für den Unterricht fertigzustellen. Aber das musste ich noch nicht mal erwähnen und auf die Tränendrüse drücken, denn die gute Dame bot sich sofort an, ausnahmsweise mal im Magazin nachzusehen, ob sie die Bücher gleich findet. Und das hat sie dann tatsächlich! Sehr cool!

Und auch gestern widerfuhr mir diese Nettigkeit. Nämlich bei der ASEAG (den Aaachener Verkehrsbetrieben), wo ich meine Monatskarte nachweisen wollte, um die 40 Euro Schwarzfahr-Gebühr zu umgehen. Jut, die 40 Euro muss ich jetzt doch zahlen - meine Monatskarte ist nämlich nicht personengebunden, weshalb da ja jeder mitfahren könnte. Aber der Schalterbeamte hat dem System mitgeteilt, dass ich erst im nächsten Monat zahle und bis dahin keine Mahnung rausgeht sowie mir sogar Ratenzahlung angeboten - nun ja, so schlimm isses dann auch wieder nicht. O-Ton: "Bei uns geht alles, vorausgesetzt Sie reden mit uns." Fand ich auch sehr nett, wenngleich ich mich tierisch über diese 40 Euro ärgere. Aber da kann der Mann ja auch nix für...