Samstag, 16. Juni 2012

Noch 16 Mal


Gut, so fallen die Begrüßungen meiner Schüler in der Regel nicht aus. Aber bis zu den Sommerferien stehe ich noch genau 16 Mal vor einer Klasse und begrüße sie. Wenn sie genauso wie die Kids im Video antworten würden, wäre ich morgens vielleicht auch gleich viel wacher... So erhalte ich meist ein unsynchrones Gemurmel zur Antwort. Naja, wer will's ihnen verübeln.

Wer sich übrigens fragt, warum im Video die Tische so komisch angeordnet sind, dem sei verraten, dass es sich hierbei um die sogenannten Klippertgräten handelt. Wenn eine Gruppenarbeit ansteht, werden die zwei Tische einfach zugeklappt und schwupps hat man Gruppenarbeitstische. Habe ich letztens sogar in einem Klassenraum der 5. oder 6. Klässler gesehen. Ich bevorzuge ja eine U-förmige Anordnung, was aber nur geht, wenn der Kurs weniger als 20 Schüler hat. Für alles andere sind unsere Räume dann doch zu klein.

Egal, wo war ich? Ach ja, bei den 16 vor mir liegenden Stunden, bis endlich die Sommerferien beginnen. Berlin hat ja jetzt bereits damit begonnen, aber dafür kann ich dann im August durch Berlin laufen und freue mich, dass alle anderen dort schon wieder in die Schule müssen, während ich noch ein paar freie Tage genießen darf. Auch nicht schlecht. 

Bis dahin heißt es aber noch ein paar Dinge erledigen, u.a. die Lehrprobe am Montag. Franz ist von der Stunde (bzw. deren Planung) begeistert, eine Mitreferendarin auch (so sehr, dass sie evtl. auch zum hospitieren kommt ;-)), jetzt muss sie nur noch gehalten werden. Nachdem ich heute Stunden damit zugebracht habe, viereinhalb Seiten Begründungen zu schreiben, warum ich was wann wie mache, neigt sich die Vorbereitung also dem Ende entgegen. Bis morgen 18 Uhr muss alles für die Woche vorbereitet sein, damit ich dann das Deutschland-Spiel sehen kann. Sogar eine passende Location ist mittlerweile gefunden. Ein alternativ-angehauchtes Café, gar nicht weit von mir, mit idyllischem Biergarten und großen Leinwänden drinnen wie draußen. Da freu ich mich schon drauf. Leider habe ich wieder zugenommen, so dass ich zwar auf die Bratwurst vom Grill verzichten muss, aber ein Bierchen in gemütlicher Runde ist ja auch was feines.

Was steht noch an? Zwei Stunden für den Dienstag planen, die Essays aus der 9. korrigieren und endlich die Noten fertig machen. Ich frage mich ja nach wie vor, wie ich die Schüler dann noch zwei Wochen motivieren soll, wenn am Freitag alles in Sack und Tüten ist. Ob jemand was sagt, wenn ich nicht nur in der letzten Woche Filme schaue, sondern einfach am Dienstag damit beginne? Hm...

Dienstag, 12. Juni 2012

Wer kann, der kant ;-)

Oder so ähnlich...

Grad bin ich mit der Grobplanung meiner letzten Lehrprobe vor den Sommerferien fertig geworden. Und es ging wieder so schnell. Das macht mir Angst! Aber erst mal abwarten, was die Seminarkollegin und Franz dazu sagen. An beide ist der Entwurf gerade rausgegangen und jetzt hoffe ich, dass der Rahmen stimmt und ich am Samstag den Entwurf schreiben kann. Thema ist natürlich Kant, allerdings in Verbindung mit einem Dilemma um Anne Frank bzw. einen der sie versteckt hielt und am Ende verdächtigt wurde, sie verraten zu haben:

"Seit dem 6. Juli 1942 wird das jüdische Mädchen Anne Frank mitsamt ihrer Familie in Amsterdam mithilfe der Angestellten ihres Vaters vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten versteckt. Am 4. August 1944 findet die Sicherheitspolizei die Versteckten, man deportiert sie u.a. nach Bergen-Belsen, wo Anne Frank im März 1945 an Typhus stirbt. Im April 1945 wird das KZ von englischen Truppen befreit.

Man ist sich sicher, dass das Versteck verraten wurde. Der Hauptverdächtige, der Lagerarbeiter W.G. van Maaren, konnte mangels Beweisen nie angeklagt werden.

Soweit die Fakten.

Stellen wir uns vor, der Lagerarbeiter van Maaren, der vom Versteck der Anne Frank wusste, wird im Juli 1945 von der Sicherheitspolizei gestellt und zum Verbleib der jüdischen Familie Frank befragt. Man droht ihm und seiner Familie Gewalt an, wenn herauskäme, dass er die Verfolger belogen hätte. Man gibt ihm 24 Stunden Bedenkzeit. Beim Abendbrot berät er mit seiner Familie, was zu tun sei. 

Wie könnte das Gespräch am Küchentisch verlaufen sein?"

Die Schüler kennen bereits Kants Meinung zum Thema Wohltätigkeit und ebenso sein Verbot zu lügen. Beide Prinzipien widersprechen sich aber im Fall des Lagerarbeiters. Hat Kant einen Denkfehler begangen oder stimmt etwas im Beispiel nicht? Darauf sollen die Schüler am Ende der Stunde eine Antwort haben. 

Und natürlich liegt die Schuld nicht bei Kant, sondern im Gedankenexperiment. Denn, wenn alle Menschen im Sinne Kants handeln würden, gäbe es auch keine nationalsozialistischen Verbrechen. So einfach ist das. Aber für die Schüler noch schwer genug, denke ich. Hoffe ich. Wäre ja doof, wenn sie den Fehler gleich zu Beginn entdecken würden. Das wäre auch die einzige "Gefahr" der Stunde. 


Meine Anwesenheit bei den heutigen Bundesjugendspielen war übrigens voll für'n Ar... Hab die ganze Zeit nur daneben gestanden und mich mit den Lehrern unterhalten. Das war zwar ganz interessant, ist aber trotzdem ärgerlich, wenn man in derselben Zeit auch zuhause hätte arbeiten können. Nun ja, aber am Ende hab ich dann ja doch einiges geschafft und kann mich jetzt wieder (bzw. endlich) den Essays widmen...

Montag, 11. Juni 2012

07/10 - Stundenziel erreicht oder nicht?


Soooo, fast geschafft! Langsam wird's auch a bissl anstrengend und nervenaufreibend. Aaaaaber, der 7. UB gesamt, bzw. der 4. in Geschichte liegt hinter mir. Was ein Glück!

Um's (relativ) kurz zu machen: Ich war sehr skeptisch und unzufrieden nach der Stunde. 8. Klasse Militarismus und Nationalismus im Kaiserreich - und alles, was die Jungs und Mädchen interessierte, war die Prügelstrafe. Zu lustig auch die Aussagen "Meine Oma/mein Opa haben mir erzählt, dass es bei ihnen auch noch die Prügelstrafe gab" "Äh, deine Oma hat während der Kaiserzeit gelebt?!" "Ja nee, aber so ein großer Unterschied ist das ja nicht" :-) Für mich hab ich das Stundenziel nicht erreicht. Zumindest nicht vollständig. Das ist ja immer dreiteilig: 1. irgendetwas erarbeiten, 2. das Erarbeitete vergleichen, 3. das Erarbeitete anwenden bzw. eine Stellungnahme formulieren. 1. und 2. war okay, aber 3. fand ich eher mau. Nun fand die Nachbesprechung auch nicht direkt im Anschluss statt, sondern erst heute Nachmittag und so hatte ich viel Zeit über die Stunde nachzudenken. Schlimm sowas! Aber besser nur ein paar Stunden schmoren, als mehrere Tage. Von daher bin ich ganz froh, dass wir heute noch nen gemeinsamen Termin gefunden haben. Da darf man ja immer zuerst ein Statement abgeben, bei dem ich nun voll vom Leder gezogen habe. Allerdings nicht, ohne vorher zu sagen, dass ich vom Stundenkonzept an sich überzeugt bin. Das solle ich beim Examen nicht machen. Wenn da ein Prüfer dabei wäre, der ein bisschen empfindlicher ist, hätte der evtl. das Gefühl, ich würde ihm ne Note aufzwingen. Was ich irgendwie Blödsinn finde, da ich nun wirklich arg selbstkritisch bin. Was der Fachseminarleiter wiederum gut findet. Reflexion Reflexion Reflexion. Ich könnte planen, die Stunden immer kritisch beurteilen und hätte Potential ne wirklich gute Lehrerin zu werden. Auch hat er das Gefühl, dass ich ne gute Atmosphäre in den Klassen bzw. ein gutes Verhältnis zu den Schülern habe. Kurzum: für die jetztige Phase der Ausbildung ne 2, im Examen würde er versuchen es noch auf ne 2 zu heben, könnte aber auch ne gute 3 sein. Das hat mich wirklich sehr überrascht! Zumal ich mich mit einer, gerade fertig gewordenen Referendarin unterhalten habe, die noch meinte, wenn man das Ziel nicht erreicht, ist man durchgefallen. Woraufhin ich mir denke, dass ich dann im Examen das Stundenziel so niedrig ansetze, dass ich's auf jeden Fall erreiche. Alles andere wäre doch Wahnsinn! Stundenziel: "Die SuS können die Quelle selbstständig lesen", oder so ;-)

Süß dann zwei Stunden später in meiner Philo-11, bei denen ich nächste Woche den letzten UB-Termin vor den Sommerferien habe. Eine Schülerin fragt mich zu Beginn, ob bei mir alles gut wäre. Ich meinte, klar, bin noch ein bisschen kränklich und mein UB wäre nicht so doll gewesen, aber sonst ist wirklich alles gut. "Ach Frau W., da dürfen sie sich nicht so viel Gedanken machen. Wir schaffen das schon!" Und dieselbe, die mich wieder einmal überrascht hat, welch realistischen Blick Schüler auf ihre eigenen Noten haben. Sie fragte nämlich, ob ich etwas mit den mündlichen Noten in Geschichte zu tun hätte, woraufhin ich ihr erzählte, dass ich meine Einschätzung zwar dem Fachlehrer gegeben habe, aber nicht weiß, inwieweit er die berücksichtigt hat. Sie hat ne 2 bekommen und findet das extrem ungerecht bzw. unrealistisch. Ich auch. Sie ist in Philo sehr fleißig (und hat da auch ne 1-), aber in Geschichte sitzt sie in der letzten Reihe und versucht möglichst unauffällig zu schauen. Dessen ist sie sich bewusst und glaubt nun, dass sie nur ne 2 bekommen hat, weil sie im Schriftlichen auch 2en schreibt. Aber das eine hat mit dem anderen ja nix zu tun. Daraufhin fing natürlich erst mal ne allgemeine Diskussion über Noten an, in der alle möglichen Schüler von allen möglichen Fächern und Lehrern erzählen und die Geschichten teilweise in die 6. Klasse zurückreichen. Zwar ganz interessant, aber ich war froh, dass ich die Stunde zeitlich großzügig geplant habe, sonst wären wir im Leben nicht fertig geworden. 

Nun ja. Morgen dann die Bundesjugendspiele und ich muss langsam in die Puschen kommen. A) muss ich bis Donnerstag den UB für nächste Woche wenigstens grob planen und b) hab ich grad mit Schrecken festgestellt, dass die Klausuren und Essays nächsten Freitag benotet sein müssen. Dann ist nämlich Zeugniskonferenz. Eieiei...hurtig hurtig! Aber vielleicht finde ich heute noch nen passenden Textausschnitt für nächste Woche, das wäre schon mal ein Anfang. Aber jetzt erst mal ein Käffchen und ein Schokocroissant zur Belohnung :-)

PS: Den Film zum o.g. Trailer kann man sich ruhig mal anschauen. Nix Wildes, aber schön für nen entspannten Frühlings-/Sommerabend. Trotz dass er aus Deutschland kommt.

Sonntag, 10. Juni 2012

Die Freiluftsaison hat begonnen


Gestern war's dann also so weit. Die EM hat auch für Deutschland begonnen. Und wie langweilig es mal wieder war. Zumindest wenn man den Worten einer Kollegin trauen darf, die mantraartig immer wiederholte "Ist das ein langweiliges Spiel!". Nicht, dass ich wirklich Ahnung davon hätte. Ich mache die Spannung eher davon abhänggig, wie oft meine Sitznachbarn aufspringen und sich aufregen - positiv wie negativ. Und das hielt sich gestern ja nun wirklich in Grenzen. Jedenfalls ist Public Viewing in Aachen bei weitem nicht so toll, wie in Berlin. Aber das wird an dieser Stelle auch niemanden wundern. Die Lokalität versprach einen Biergarten mit Großbildleinwand. Was gab's? Einen kleinen Hinterhof mit Stuhlreihen und einen Flachbildfernseher. Die Großbildleinwand gab's nur für ausgewähltes Publikum, die so clever waren, im voraus zu reservieren. Dafür saßen sie dann aber auch in ner Toreinfahrt fest. Ätsch! Mittwoch dann der nächste Versuch, eine gemütliche Location zu finden. Mal sehen, was so geht. Zum Glück hab ich Donnerstag frei. Zumindest muss ich nicht aus dem Haus. 

Meine Lehrprobenstunde für morgen hab ich natürlich doch noch weiter und tiefer geplant, als mir eine Seminarkollegin dann die ein oder andere Schwachstelle aufgezeigt hat. Nun gibt die Stunde ein bisschen mehr her und es bleibt zu hoffen, dass es morgen einfach gut läuft. 

Ansonsten bin ich heute relativ faul und dümpel vor mich hin. Grad hab ich mir ne Nachschreibklausur aus den Fingern gesogen und den Rucksack gepackt. Eigentlich könnte ich noch die Stunden für Freitag planen oder zumindest den Erwartungshorizont für die Klausur von Freitag schreiben, aber irgendwie kann ich mich nicht aufraffen. Heute kommen dann noch 26 Essays per Mail, an die ich noch gar nicht denken mag. Mal sehen, wer mich morgen im Lehrerzimmer besucht und mir die wildesten Entschuldigungsgeschichten auftischt, weshalb man den Termin nicht einhalten konnte. Zumindest hab ich angekündigt und mehrmals betont, dass ich bei diesem Termin keine Ausnahmen dulde. Aber wer hört schon auf Lehrer...

Egal, jetzt geht's erst mal mit nem Buch in die Wanne, vielleicht sieht der Motivationspegel danach besser aus.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Unglaublich!

Da ist man erst seit sieben Monaten im Schuldienst tätig und schon plant man Lehrproben-Stunden innerhalb vier Stunden. Davon hätte ich noch vor fünf Monaten nur geträumt und es nie für möglich gehalten. Zwar muss ich noch eine Sachanalyse und die Stundenziele schreiben, aber die Stunde an sich und auch der methodische Kommentar stehen. Sehr sehr schön! Und bisher find ich die Stunde auch noch gelungen. Jetzt müssen nur noch die Schüler mitmachen. Die sind bei dieser Stunde auch mein größtes Problem. Die, und dass die letzte Lehrprobe in Geschichte ja nicht so doll war, weswegen ich nun wieder was "ordentliches" zeigen muss. Immerhin ist das dann bereits mein VORLETZTER Unterrichtsbesuch in Geschichte. Wer kann fassen, dass es schon so weit ist? Dabei fühlt es sich an, als wäre der erste UB erst vorgestern gewesen. Und irgendwie ist es ja auch nicht viel länger her. Was sind schon sieben Monate?! Zu denken gibt mir, dass ich bisher noch nie wirklich kooperative Lehrformen gezeigt habe. Kein Gruppenpuzzle, kein Placemat, kein Standbild, keine Fishbowl-Diskussion und was es sonst noch schönes gibt. Nicht, weil ich nicht möchte, sondern weil ich einfach finde, dass es nie gepasst hat. Bisher hat das auch noch niemand bemängelt, was komisch ist, denn im Seminar dreht es sich nur darum. Individuelles Lernen und kooperative Arbeitsformen. Gibbet bei mir nicht. Also zumindest nicht in den Lehrproben. Wobei ich Standbilder auch sonst nie gemacht habe. Ich stell mir immer vor, wie die Schüler mich auslachen, wenn ich sage, stellt die Quelle mal bitte als Standbild dar. Manchmal sag ich aus Spaß zu den Schülern, dass wir die Quelle auch singen können, aber mehr als Belustigung bringt's dann eben auch nicht ein. Nun gut, wenigstens nutze ich diesmal zum ersten Mal in einem Geschichts-UB die "neuen Medien". Wir starten nämlich mit einem Filmausschnitt:


Na, welches Thema hat die Stunde? Richtig! Gesellschaft und Militarismus im Kaiserreich :-)

Ob ich die Schüler damit überzeugen kann, dass wir auch so ne Disziplin im Klassenzimmer haben wollen? Oder vielleicht sind sie dann dankbarer, dass ich nicht solchen Geschichtsunterricht mache. Mal sehen. Ich rechne jedenfalls mit Belustigung, die zumindest didaktisch eingeplant ist.

Und noch was anderes: Anfang Juli haben wir Wandertag. Die ganze Schule. Also nicht alle Klassen zusammen, sondern natürlich jede für sich. Im Gespräch mit einem Kollegen kam dann raus, dass er mit seiner Klasse (er ist Stellvertreter) in den Kletterpark in Aachen fährt. Coole Sache! Wollte ich schon immer machen. Hab ich gleich die Klassenlehrerin gefragt, ob ich evtl. mitkönnte, woraufhin sie ein bisschen verhalten reagierte und ich schon dachte, das wird eh nix. Aber gestern kam sie dann und meinte, ich könne gerne mitfahren. Sehr schön! Das ist zwar keine meiner Klassen, aber darum geht's ja nicht. Hauptsache, ich bin a) bei nem Wandertag dabei (kommt für die Beurteilung gut) und b) mal in dem Kletterpark. Der ist nämlich nicht ganz billig und mit ner Klasse bekommt ja hoffentlich reduzierten Einlass. Kann man wieder ein Häckchen der erledigten Dinge machen. 

Und nu nutze ich die erarbeitete Freizeit zum Einkaufen, später essen und kann heute sogar noch ein paar Klausuren korrigieren. Zeit wird's, nachdem ich gestern erfahren habe, dass der Lehrer schon die ersten ausgeteilt hat. Was ich sehr komisch fand. Und ich glaube auch nicht, dass er sich meine Korrekturen noch mal angesehen hat. Witzig allerdings, dass ich eine Schülerin im Gang traf, die sich über die Kommentare des Lehrers an ihrer Klausur echauffierte. War ihr ein bisschen unangenehm, als ich meinte, die Kommentare wären meine. Aber das Angebot noch mal darüber zu reden, wollte sie auch nicht annehmen, also muss sie eben mit den Kommentaren (und dem Smiley, den sie gar nicht lustig fand) leben. Ich mach drei Kreuze, wenn ich den Rest auch endlich vom Tisch habe!

Montag, 4. Juni 2012

Heiter bis wolkig


Dieser Regen macht mich fertig! Okay, nach den wirklich warmen Tagen, auch hier in Aachen, hat sich sicher der ein oder andere auf ein bisschen Regen gefreut. Aber Aachen wäre nicht Aachen, wenn es nicht gleich wieder tagelang regnen würde. Schlimm, diese Wetterecke hier. Kein Wunder, dass man dabei krank wird. Das steigert aber natürlich nicht wirklich die Motivation. Na gut, dann versuch ich mich eben auch mal in Schwellendidaktik (bei der man sich auf der Türschwelle zum Klassenzimmer überlegt, was man eigentlich machen will) und schnupfe und huste auf dem Sofa vor mich hin. Dabei fällt mir aber ein Witz ein, den mir mal ein mittlerweile Ex-Referendar erzählte:

Was sind die drei Formen der Didaktik?
die Autodidaktik, bei der man sich morgens im Auto auf dem Weg zur Arbeit überlegt, was man macht,
die Schwellendidaktik, eben erklärt und
die Hammerdidaktik, bei der man einen Schüler zu Beginn des Unterrichts fragt "Was hamma denn letzte Stunde gemacht?"

Der Brüller, oder? ;-)

Heute hatte ich die erste Stunde, in der die Schüler und auch ich, vom Klingeln überrascht wurden. Schön wäre, wenn ich jetzt erzählen könnte, dass mein Unterricht so spannend war, dass wir einfach die Zeit vergessen haben. In Wirklichkeit haben die Schüler aber diverse Aufträge beim Stationenlernen bearbeitet. Nun gut, ich danke hiermit dem Verlag, der die Vorlagen erstellt hat :-)

Ansonsten gibt's eigentlich nix Neues. Die letzten Wochen vor den Ferien rauschen vorbei, wobei noch etliche außerplanmäßige Unterrichtsausfälle anstehen. Zuerst gibt's die Bundesjugendspiele, die nächste Woche stattfinden, dann Noten- und Zeugniskonferenzen, Abischerz sowie -feier, Wandertag und natürlich auch Klausuren. Und so hab ich heute festgestellt, dass ich mit meiner 7. grad mal noch zwei Stunden bis zu den Ferien habe (in der einen schauen wir nen Film, in der letzten findet wie versprochen ein Picknick statt) und mit meiner 10. auch nur noch drei Stunden. Wobei auch bei denen ein versprochenes Picknick eine Stunde ausmacht. Ich will hier nicht den Ruf gewinnen, nur Filme zu schauen, aber da wir mit der Französischen Revolution bis zu den Ferien abgeschlossen haben müssen und wir grad mal bei der Menschenrechtserklärung sind, wird mir auch hier nichts weiter übrig bleiben, als in einer der beiden verbleibenden Stunden ne Doku zu schauen. Der Wahnsinn! Vor allem, wenn man bedenkt, dass man bei der Makroplanung fürs ganze Halbjahr dachte, man würde alles locker schaffen und hätte noch ganz viel Zeit, über Sachen zu reden, die die Schüler sonst so interessieren. Pustekuchen! Aber so habe ich wenigstens Zeit, mich meinen anderen Kursen zu widmen und dort - hoffentlich guten - Unterricht zu machen. Aber nun heißt es erstmal gesund werden und die Woche rumkriegen!

Donnerstag, 31. Mai 2012

Ein kleiner Vorgeschmack


Wie man sich wohl nach dem Examen fühlt? Einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie man sich davor fühlt, durfte ich heute erleben. An meiner Schule gab's, seit ich dort bin, bereits drei Examensprüfungen - allerdings hatte ich zu den Referendarinnen überhaupt keinen Kontakt, weswegen das stets an mir vorübergegangen ist. Heute aber hatte ein Referendar, mit dem ich mich gut verstehe (mag an der gleichen Sucht liegen ;-)), seinen großen Tag und so habe ich meinen freien Tag dazu genutzt, um 5 Uhr (!!!) aufzustehen, damit ich kurz vor Sieben in der Schule zum Brötchen schmieren sein konnte. Brötchen schmieren - für das Prüfungskomitee! Weil die armen Herren und Damen so wenig verdienen, dasss sie sich ihr Brötchen nicht selbst beim Bäcker kaufen können. Und weil sie so viel zu tun haben, dass sie keine Zeit haben, dies selbst zu schmieren. Also bekommen sie's von den Prüflingen, die an diesem Tag auch nichts anderes zu tun haben, als Brötchen, Salate und Kuchen aufzufahren. Und deshalb sind an diesen Tagen auch alle anderen Referendare gefragt. Die einen schmieren, die anderen bereiten die Räume vor (Klassen- und Besprechungsraum), die nächsten geleiten das Komitee vom einem zum anderen. Eben damit der geprüfte Referendar wirklich nur unterrichten muss und den Kopf für das abschließende Kolloquium frei hat. Und zwischendurch heißt es immer wieder - warten. Warten darauf, dass endlich die zweite Schulstunde beginnt, in der immer die erste Examensstunde stattfindet. Dann auf die vierte Stunde und danach noch einmal eine Stunde, bis man zum einstündigem Kolloquium darf. Und danach ein letztes Mal warten, ich glaube, das ist mit das Schlimmste. Wenn nach all den Anstrengungen das Komitee berät und man darauf wartet, dass man abgeholt wird und einem die Note gesagt wird.

Aber der heutige Prüfling hat bestanden und so konnte danach mit einem Sektumtrunk gefeiert werden. Zwei Gläser hab ich getrunken und bin nu völlig fertig. Dabei müsste ich wenigstens noch ein bisschen was für morgen planen. Ich hoffe, dass ich mich mit einem Kaffee gleich noch mal aufraffen kann. Ich glaube, mein Kollege liegt im Gegensatz dazu ganz früh im Bett. Zumindest würde ich mich wahrscheinlich so fühlen. Wenn der ganze Stress der letzten Monate und insbesondere Wochen auf einmal von einem abfällt und man bestimmt das Gefühl hat, drei Tage durchschlafen zu wollen. Eine Referendarin, die genauso weit ist, wie ich, meinte dann heute tatsächlich zu mir, dass es bei uns ja noch ein Jahr hin sei. Woraufhin ich ihr vorrechnete, dass wir grad mal noch etwas über ein halbes Schuljahr bis dahin haben. Reine Unterrichtszeit, Sommerferien abgezogen. Das ist soooo lange auch nicht mehr und so hab ich mich mit dem Sekt in der Hand auch mit einem Geschichtslehrer darüber unterhalten, welche Klassenstufen für das Examen am geeignetsten sind und darüber, ob ich nächstes Jahr seine 5 unterrichte. Aber ob ich ne 5. Klasse im Examen will? Ach was, heute mach ich mir da keine Gedanken mehr drüber... :-)

Kurzer Nachtrag:

Beim Direktor war ich heute auch, um meine Nachbesprechung zum letzten UB hinter mich zu bringen. Die Negativliste war zumindest kürzer, als beim letzten Mal. Wegen einer Vertretungsstelle zu fragen, hab ich mich dann aber doch nicht getraut, wenn einem zwanzig Minuten erzählt wird, was ihm alles nicht gefallen hat. Das Niveau war ihm zu hoch! Muss man sich mal vorstellen... Naja, und zig Kleinigkeiten sind ihm auch noch aufgefallen. Was soll's. Alles in allem, glaube ich aber nicht, dass er's sooo schlecht fand. Ist halt ein Klugscheißer ;-) Aber wenigstens hat er meine Idee eines philosophischen Abends für super befunden, so dass ich jetzt mal ein konkretes Konzept dazu ausarbeiten kann. Wenn das dann steht, kann ich ihn immer noch zwecks Vertretung fragen. Schlusswort war dann doch "So kreative Lehrerinnen brauchen wir hier an der Schule!" Na bitte, da geht mein Plan ja vielleicht doch auf :-)